S Broker Depot im Test: Sparkassen-Broker mit Pauschalgebühr
S Broker bietet ein kostenloses Depot mit 0,95 Euro Grundgebühr pro Order, großem Fondsangebot und CFD/Forex-Handel – im Test die Konditionen im Detail.
S Broker ist der Online-Broker der Sparkassen-Finanzgruppe und gehört zur Deka-Gruppe. Wer ein Wertpapierdepot bei einer Sparkasse eröffnet oder sich unabhängig davon für den Sparkassen Broker entscheidet, landet in der Regel bei genau diesem Anbieter. Im Zentrum des Angebots steht ein Depot ohne Grundgebühr, kombiniert mit einer vergleichsweise niedrigen Order-Fixgebühr von 0,95 Euro. Dazu kommen ein breites Fonds- und ETF-Sortiment, klassischer Aktienhandel sowie – für Interessierte an spekulativeren Instrumenten – CFD- und Forex-Handel. Dieser Test schaut sich die Konditionen an, die S Broker aktuell für sein Standarddepot sowie für das eigene Minderjährigendepot ausweist, und ordnet ein, für wen sich das Angebot eignet und wo es an seine Grenzen kommt.
Was ist S Broker?
S Broker AG & Co. KG wurde 1999 als pulsiv AG gegründet und im Jahr 2001 von der Sparkassenorganisation übernommen und als "Sparkassen Broker" neu positioniert. Seit 2016 gehört das Unternehmen zur Deka-Gruppe und damit zur DekaBank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen-Finanzgruppe. S Broker tritt in zwei Rollen auf: als eigenständiger Online-Broker mit direktem Zugang für alle Kundinnen und Kunden sowie als technischer Dienstleister im Hintergrund für die Wertpapierdepots vieler Sparkassen. Angeboten wird ein klassisches Wertpapierdepot für Erwachsene sowie ein separates Minderjährigendepot. Der Handel läuft online, per App (verfügbar für iOS und Android) sowie klassisch über Telefon beziehungsweise die Sparkasse vor Ort. Handelbar sind Aktien, Anleihen, Fonds, ETFs sowie – im Standarddepot – auch Zertifikate, Optionsscheine, CFDs und Devisen. Zugang besteht zu den deutschen Börsenplätzen inklusive Xetra sowie zu Börsen in den USA, Kanada, Japan und weiteren internationalen Märkten.
Konditionen und Kosten im Überblick
Die Depotführung selbst ist bei S Broker kostenlos – und das unabhängig davon, wie viele Order im Jahr ausgeführt werden. Sowohl bei wenigen als auch bei vielen Transaktionen pro Jahr fällt laut den hinterlegten Konditionen keine Grundgebühr an, eine Mindestordermenge zur Gebührenbefreiung ist nicht erforderlich. Für einzelne Wertpapierorders berechnet S Broker eine Fixgebühr von 0,95 Euro pro Order. Beim Direkthandel außerbörslich sowie über die Regionalbörsen Frankfurt und Hamburg bleibt es bis zu einem Ordervolumen von 1.000 Euro bei dieser Pauschale ohne weitere Zuschläge. Wird stattdessen über Xetra oder eine andere Börse gehandelt, kommt zur Fixgebühr ein Handelsplatzentgelt von 2,45 Euro hinzu, unabhängig vom Ordervolumen. Beim Handel US-amerikanischer Aktien an der NYSE liegt der Zuschlag bei 14,95 Euro zusätzlich zur Fixgebühr, beim Minderjährigendepot läuft dieser Handel über den telefonischen Kanal. Von den rund 13.700 handelbaren Fonds sind nach Angaben des Anbieters etwa 6.000 ohne Ausgabeaufschlag erhältlich; vom Angebot mit rund 6.300 ETFs profitiert ein Teilbestand von zusätzlichen Konditionsvorteilen. Eine Kontoführung ganz ohne versteckte Mindestumsätze ist damit ein klarer Pluspunkt gegenüber Angeboten, die kostenlose Depots an eine Mindestzahl an Trades koppeln.
Handelsangebot: Von Fonds bis CFD und Forex
Anders als reine Neobroker deckt S Broker im Standarddepot ein vergleichsweise breites Spektrum an Anlageklassen ab. Neben Aktien, Anleihen, Fonds und ETFs gehören auch Zertifikate, Optionsscheine sowie CFDs und Devisenhandel zum Angebot – Letzteres allerdings nur für das Erwachsenendepot, nicht für das Minderjährigendepot, das sich auf Aktien, Anleihen, Fonds und ETFs beschränkt. Beim CFD-Handel nennt S Broker beispielhafte Spreads von 2 Punkten für den DAX, 4 Punkten für den Dow Jones sowie sehr enge Spannen bei Rohstoffen wie Gold (0,4), Silber (0,04) oder Öl (0,05). Im Devisenhandel stehen rund 70 Währungspaare zur Verfügung, der maximale Hebel liegt bei 1:50, eine Mindesteinzahlung ist laut den Konditionsdaten nicht vorgesehen. Reguliert wird dieser Bereich über die BaFin, mit einer Einlagensicherung von bis zu 100.000 Euro. Ein Demokonto zum risikofreien Testen dieser Produkte bietet S Broker aktuell nicht an, was gerade für Einsteiger in CFDs und Forex ein Nachteil ist. Für alle, die sich auf klassische Geldanlage über Fonds, ETFs und Aktien konzentrieren möchten, spielt dieser Aspekt jedoch keine große Rolle – hier liegt der eigentliche Schwerpunkt des Angebots.
Vor- und Nachteile
Der klare Vorteil von S Broker liegt in der Kombination aus kostenloser, bedingungsloser Depotführung und einer niedrigen Fixgebühr von 0,95 Euro pro Order, die beim günstigen Direkthandel bis 1.000 Euro Volumen ohne weitere Zuschläge bleibt. Das große Fondsangebot mit rund 13.700 Titeln, darunter viele ohne Ausgabeaufschlag, sowie mehr als 6.300 ETFs sprechen für eine solide Auswahl, wie sie nicht jeder Direktbroker bietet. Die Einbindung in die Sparkassen-Finanzgruppe verschafft zusätzlich Vertrauen und den Zugang über die gewohnte Sparkassen-Infrastruktur inklusive Filiale und Telefon. Als Nachteil fällt auf, dass der Handel über Börsenplätze wie Xetra mit 2,45 Euro Zuschlag pro Order teurer wird als bei reinen Neobrokern, und US-Aktien mit knapp 15,90 Euro pro Order insgesamt vergleichsweise teuer sind. Ein Demokonto für CFD- und Forex-Handel fehlt, was Einsteigern in diesem Bereich die risikofreie Erprobung erschwert. Aktuelle Aktionen oder Neukunden-Prämien sind in den vorliegenden Konditionsdaten nicht ausgewiesen, sodass Interessierte sich beim Vergleich in erster Linie auf die laufenden Gebühren statt auf Lockangebote stützen sollten.
Für wen sich S Broker eignet
S Broker passt gut zu Anlegerinnen und Anlegern, die Wert auf eine kostenlose, bedingungslose Depotführung legen und regelmäßig eher kleinere Order im Direkthandel platzieren, etwa im Rahmen von Fonds- oder ETF-Sparen. Auch wer bereits Kundin oder Kunde einer Sparkasse ist und sein Depot in der gewohnten Banking-Umgebung führen möchte, findet hier eine naheliegende Lösung mit Zugriff auf Filiale und Telefonberatung. Für Eltern, die für ihre Kinder ein separates Minderjährigendepot einrichten möchten, bietet S Broker mit dem entsprechenden Produkt eine auf Aktien, Anleihen, Fonds und ETFs zugeschnittene, kostenfreie Variante. Wer dagegen überwiegend an internationalen Börsenplätzen wie der NYSE handelt oder aktiv und häufig über Xetra tradet, zahlt bei S Broker im Vergleich zu reinen Neobrokern spürbar mehr pro Order. Auch Einsteiger, die CFDs oder Forex zunächst gefahrlos in einem Demokonto ausprobieren möchten, werden hier nicht bedient.
Kundenservice und Sicherheit
S Broker ist als deutsches Unternehmen der BaFin-Aufsicht unterstellt, was für den CFD- und Forex-Bereich ausdrücklich als Regulierungsrahmen genannt wird, inklusive einer Einlagensicherung von bis zu 100.000 Euro. Der Kontakt zum Anbieter ist über mehrere Kanäle möglich: online über die Website und die S Broker App für iOS und Android, telefonisch sowie – über die Anbindung an die Sparkassen-Finanzgruppe – auch über die jeweilige Filiale vor Ort. Diese Mehrgleisigkeit unterscheidet S Broker von reinen Online-Brokern, die ausschließlich digital erreichbar sind. Konkrete Angaben zu Wartezeiten in der Telefonhotline oder zu Kundenzufriedenheitswerten liegen aus den ausgewerteten Konditionsdaten nicht vor; Vergleichsportale beschreiben den Service verschiedentlich als solide, aber nicht überragend schnell. Als Tochter der DekaBank und Teil der Sparkassen-Finanzgruppe steht hinter S Broker ein etablierter, langjährig am Markt aktiver Konzern.
Häufig gestellte Fragen
Ist die Depotführung bei S Broker wirklich komplett kostenlos? Nach den vorliegenden Konditionen fällt für das Depot keine Grundgebühr an, und zwar unabhängig davon, wie viele Order im Jahr getätigt werden – es gibt also keine Mindestumsatzgrenze, die eingehalten werden muss.
Was kostet eine einzelne Order bei S Broker? Die Fixgebühr liegt bei 0,95 Euro. Beim Direkthandel bis 1.000 Euro Volumen bleibt es dabei, bei Handel über Xetra kommen 2,45 Euro Handelsplatzentgelt hinzu, bei US-Aktien an der NYSE sind es rund 14,95 Euro zusätzlich.
Kann ich bei S Broker auch für mein Kind ein Depot eröffnen? Ja, S Broker bietet ein eigenes Minderjährigendepot an, das ebenfalls ohne Grundgebühr geführt wird, sich aber auf Aktien, Anleihen, Fonds und ETFs beschränkt – CFDs, Forex, Optionsscheine und Zertifikate sind darin nicht enthalten.
Fazit
S Broker überzeugt vor allem durch eine kostenlose Depotführung ohne Bedingungen und eine niedrige Fixgebühr von 0,95 Euro, die beim günstigen Direkthandel besonders attraktiv bleibt. Das breite Fonds- und ETF-Angebot sowie die Einbindung in die Sparkassen-Finanzgruppe machen den Anbieter besonders für sicherheitsorientierte, gewohnheitstreue Sparerinnen und Sparer interessant. Wer dagegen aktiv über Xetra oder internationale Börsen handelt, zahlt spürbar mehr als bei spezialisierten Neobrokern. Für ein Fonds- oder ETF-Depot mit gelegentlichem Aktienhandel ist S Broker eine solide, unaufgeregte Wahl.