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Nextwiser im Test: Altersvorsorge mit ETFs im Versicherungsmantel

Nextwiser vermittelt fondsgebundene Rentenversicherungen mit ETF-Sparplänen. Wir zeigen, was das digitale Angebot kostet, wie es funktioniert und für wen es sich lohnt.

Nextwiser ist ein digitales Angebot für die private Altersvorsorge, das ETF- und Fondsinvestments mit einer Rentenversicherung kombiniert. Statt eines klassischen Depots eröffnet man dabei eine fondsgebundene Rentenversicherung, in der das Geld steueroptimiert in ein automatisch zusammengestelltes ETF-Portfolio fließt. In diesem Test schauen wir uns an, wie Nextwiser funktioniert, was es kostet, wie es im Vergleich zu freien ETF-Sparplänen abschneidet und für wen sich der Versicherungsmantel überhaupt lohnt. Die Angaben stammen von der offiziellen Website des Anbieters sowie von unabhängigen Vergleichsportalen, die Nextwiser bereits getestet haben.

Was ist Nextwiser?

Nextwiser ist ein digitales Angebot der Waywiser Technologies GmbH mit Sitz in Leverkusen. Rechtlich tritt das Unternehmen als Versicherungsvermittler nach § 34d GewO auf, besitzt also keine eigene Banklizenz. Vermittelt werden fondsgebundene Rentenversicherungen der Volkswohl Bund AG, in die Kunden über die Nextwiser-Plattform investieren. Das Prinzip: Ein digitaler Investment-Autopilot analysiert die persönliche Situation der Nutzer und stellt daraus eine diversifizierte ETF-Strategie zusammen, die regelmäßig überprüft und angepasst wird. Zur Auswahl stehen laut Anbieter bis zu zehn verschiedene ETFs und Fonds von Gesellschaften wie BlackRock, Vanguard, J.P. Morgan, Pictet, Dimensional und Fidelity. Der Abschluss soll laut eigenen Angaben in unter zehn Minuten online möglich sein. Anders als ein reiner Broker verkauft Nextwiser also kein Wertpapierdepot, sondern einen Versicherungsvertrag mit Fondsanbindung – ein Modell, das steuerliche Vorteile bei langer Laufzeit bieten kann, aber auch andere Kostenstrukturen mit sich bringt als ein klassischer ETF-Sparplan.

Konditionen und Kosten im Überblick

Die Servicegebühr für die Nutzung der Plattform selbst wird von Nextwiser als kostenfrei beworben. Die eigentlichen Kosten entstehen über die sogenannte Effektivkostenquote des Versicherungsmantels, die laut Anbieter zwischen 0,5 und 0,99 Prozent pro Jahr liegt – abhängig von Produkt, Alter und Anlagesumme. Hinzu kommen die laufenden Kosten der ausgewählten ETFs und Fonds (TER), die Vergleichsportale mit etwa 0,20 bis 0,50 Prozent pro Jahr angeben. In Summe bewegt sich die Gesamtkostenquote nach Angaben von Nextwiser meist unter 0,9 Prozent jährlich, kann je nach gewähltem Fondsmix aber auch höher ausfallen. Depotführungsgebühren sowie Kosten für Ein- und Auszahlungen fallen laut mehreren Testberichten nicht an, ebenso keine Performancegebühren. Der Einstieg ist mit vergleichsweise geringen Beträgen möglich: Vergleichsportale nennen eine einmalige Mindestanlage sowie einen monatlichen Sparplan ab 25 Euro. Wichtig für die Einordnung: Wer in eine Versicherungslösung investiert, zahlt in der Regel mehr als bei einem provisionsfreien ETF-Sparplan direkt bei einer Direktbank, da der Versicherungsmantel zusätzliche Verwaltungskosten verursacht. Ob sich das lohnt, hängt stark von der individuellen Steuersituation und der geplanten Laufzeit ab.

Der Versicherungsmantel als Besonderheit

Der zentrale Unterschied zu einem klassischen ETF-Sparplan liegt im rechtlichen Rahmen: Bei Nextwiser investiert man nicht direkt in ein Wertpapierdepot, sondern über eine fondsgebundene Rentenversicherung. Das bedeutet zunächst einen steuerlichen Vorteil, denn Umschichtungen innerhalb des Vertrags bleiben während der Ansparphase steuerfrei, während bei einem freien Depot bei jedem Verkauf Kapitalertragssteuer anfällt. Dieser Vorteil entfaltet sich allerdings vor allem bei langer Haltedauer bis zur Rente und bei planmäßiger Auszahlung – wer vorzeitig kündigt, verliert einen Teil dieses Vorteils und muss zusätzlich mit Abschlägen rechnen, wie sie bei Versicherungsprodukten üblich sind. Im Gegenzug für den Steuervorteil nimmt man die zusätzlichen Kosten des Versicherungsmantels in Kauf, die ein reiner ETF-Sparplan nicht hat. Auch die Flexibilität ist eingeschränkter: Zwar sind laut Anbieter Einzahlungen jederzeit möglich und Entnahmen bei den meisten Produkten ebenfalls, doch die vertragliche Struktur einer Versicherung ist grundsätzlich weniger liquide als ein Depot, das man jederzeit ohne Vertragsbindung auflösen kann. Wer Wert auf maximale Flexibilität legt, sollte diesen Punkt vor Vertragsabschluss genau prüfen.

Vor- und Nachteile

Für Nextwiser spricht der niedrige Einstieg mit Beträgen ab rund 25 Euro monatlich, die kostenfreie persönliche Beratung neben der digitalen Verwaltung sowie die breite Auswahl an renommierten ETF- und Fondsanbietern. Die Kombination aus automatisierter Portfoliosteuerung und individueller Beratung wird in mehreren Testberichten positiv hervorgehoben, ebenso die einfache und schnelle Kontoeröffnung. Als Sondervermögen sind die investierten Fondsanteile im Falle einer Insolvenz von Nextwiser oder dem Versicherungspartner zusätzlich geschützt. Auf der Seite der Nachteile steht vor allem die zusätzliche Kostenschicht durch den Versicherungsmantel, die ein vergleichbares Direktinvestment in ETFs nicht mit sich bringt. Die steuerlichen Vorteile wirken sich erst bei langer Laufzeit wirklich aus, wodurch sich das Produkt für kurzfristig orientierte Anleger kaum eignet. Hinzu kommt, dass es bislang keine mobile App gibt, was den digitalen Anspruch etwas relativiert. Vorzeitige Kündigungen können zudem mit finanziellen Nachteilen verbunden sein, wie es bei Versicherungsprodukten generell üblich ist. Insgesamt handelt es sich um ein solides, aber kein für jeden Anlegertyp passendes Produkt.

Für wen sich Nextwiser eignet

Nextwiser richtet sich an Anleger, die langfristig – idealerweise bis zum Renteneintritt – Vermögen aufbauen möchten und dabei von der steuerlichen Struktur einer Versicherungslösung profitieren wollen. Besonders geeignet ist das Angebot für Menschen, die sich nicht selbst um die Auswahl einzelner ETFs kümmern möchten, sondern eine automatisierte, aber dennoch persönlich betreute Lösung bevorzugen. Auch für Einsteiger, die mit kleinen Beträgen ab rund 25 Euro im Monat beginnen wollen, ist die Einstiegshürde niedrig. Weniger geeignet ist Nextwiser für Anleger, die maximale Kostentransparenz und -minimierung suchen oder ihr Geld kurz- bis mittelfristig flexibel verfügbar halten möchten – hier sind reine ETF-Sparpläne bei Direktbanken oder Neobrokern in der Regel günstiger und liquider. Wer bereits einen guten Überblick über ETFs hat und selbst entscheiden möchte, findet bei Nextwiser wahrscheinlich weniger Mehrwert als bei einem klassischen Wertpapierdepot.

Kundenservice und Sicherheit

Nextwiser bietet nach eigenen Angaben mehrere Kontaktwege: E-Mail, Telefon, WhatsApp sowie persönliche Video-Beratung, ergänzt durch einen FAQ-Bereich auf der Website. In unabhängigen Tests wird der Kundenservice überwiegend positiv bewertet, mit Hinweisen auf kompetente und schnelle Antworten. Beim Thema Sicherheit verweist Nextwiser darauf, dass das Vermögen bei den jeweiligen Versicherungsgesellschaften als Sondervermögen verwahrt wird und im Falle einer Insolvenz von Nextwiser selbst unberührt bliebe. Die Versicherungspartner werden laut Anbieter nach Finanzstärke und wirtschaftlicher Stabilität ausgewählt. Eine eigene Banklizenz besitzt Nextwiser nicht, da das Unternehmen als Versicherungsvermittler und nicht als Bank oder Wertpapierinstitut agiert – die eigentliche Verwahrung und Garantie liegt beim Versicherungspartner, nicht bei Nextwiser selbst.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet Nextwiser? Die Servicegebühr für die Plattform ist kostenfrei, die Effektivkostenquote des Versicherungsmantels liegt laut Anbieter zwischen 0,5 und 0,99 Prozent jährlich, zuzüglich der ETF- und Fondskosten von etwa 0,20 bis 0,50 Prozent. Ab welchem Betrag kann man bei Nextwiser einsteigen? Vergleichsportale nennen eine Mindestanlage sowie einen monatlichen Sparplan ab rund 25 Euro, wobei sich die genauen Konditionen je nach gewähltem Produkt unterscheiden können. Ist mein Geld bei Nextwiser sicher? Da Nextwiser keine eigene Bank ist, sondern Versicherungsverträge vermittelt, wird das investierte Vermögen als Sondervermögen bei den Versicherungspartnern verwahrt und bleibt laut Anbieter auch bei einer Insolvenz von Nextwiser unberührt. Eine hundertprozentige Garantie gegen Wertverluste am Kapitalmarkt gibt es dabei allerdings nicht, da die Investments weiterhin den üblichen Marktschwankungen von ETFs und Fonds unterliegen.

Fazit

Nextwiser ist eine solide Option für alle, die eine steueroptimierte, digital verwaltete Altersvorsorge mit ETFs suchen und dafür die zusätzlichen Kosten und die geringere Flexibilität eines Versicherungsmantels in Kauf nehmen. Die niedrige Einstiegshürde, die persönliche Beratung und die transparente Kostenkommunikation sprechen für das Angebot. Wer jedoch maximale Kostenminimierung und volle Flexibilität sucht, ist mit einem klassischen ETF-Sparplan bei einer Direktbank oder einem Neobroker oft besser bedient. Für langfristig orientierte Anleger mit Fokus auf Altersvorsorge kann sich Nextwiser dennoch lohnen.

Waywiser Technologies GmbH (Nextwiser)
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