justTRADE im Test: Depot für Aktien, ETFs und Kryptowerte
justTRADE kombiniert Wertpapierhandel und Kryptowerte in einem Depot ohne eigene Orderprovision. Wir haben Konditionen, Kryptoangebot und Sicherheit genauer angeschaut.
justTRADE ist ein deutscher Online-Broker, der Wertpapierhandel und Kryptowerte in einem einzigen Depot zusammenführt. Das Versprechen: Aktien, ETFs, Fonds, Derivate und mittlerweile über 60 Kryptowährungen ohne eigene Orderprovision handeln, lediglich gegen einen Spread beziehungsweise geringe Fremdkosten je Order. In diesem Test schauen wir uns an, wer hinter justTRADE steckt, wie die Konditionen im Detail aussehen, was das Kryptoangebot taugt, und für welche Anlegertypen sich das Depot eignet. Da sich die Rahmenbedingungen für Neobroker durch das EU-weite PFOF-Verbot seit Mitte 2026 verändert haben, ordnen wir auch ein, wie verlässlich die aktuellen Konditionen wirken und wo Vorsicht angebracht ist.
Was ist justTRADE?
justTRADE ist ein Angebot der JT Technologies GmbH aus Frankfurt am Main. Der Broker selbst hält keine eigene Banklizenz, sondern kooperiert für die Depotführung mit der Sutor Bank aus Hamburg, die als BaFin-regulierte Privatbank die Depots und Verrechnungskonten führt und den Handel als Kommissionärin abwickelt. Für die Verwahrung der Kryptowerte ist seit Ende 2023 die ebenfalls BaFin-regulierte Tangany GmbH aus München zuständig. justTRADE positioniert sich damit als Neobroker, der klassische Wertpapiere und digitale Assets aus einer Hand anbietet, ohne dass Kundinnen und Kunden mehrere Depots bei unterschiedlichen Anbietern pflegen müssen. Gehandelt werden kann über mehrere Handelsplätze sowie außerbörslich über Partner wie die DZ Bank, Société Générale oder Emittenten wie Morgan Stanley, UBS und Vontobel. Das Angebot richtet sich in erster Linie an selbstentscheidende Privatanleger, die Wert auf ein breites Produktangebot und niedrige Direktkosten legen, weniger an Einsteiger, die eine geführte Anlagelösung suchen.
Konditionen und Kosten im Überblick
Die Depot- und Kontoführung bei justTRADE ist kostenlos. Beim Handel mit Aktien und ETFs über die Börse erhebt justTRADE selbst keine Orderprovision, laut mehreren Vergleichsportalen wird jedoch pro Order eine pauschale Fremdkostenposition von rund einem Euro weitergegeben, die von den jeweiligen Handelsplätzen stammt. ETF-Sparpläne gelten dagegen als vollständig gebührenfrei, weder Orderprovision noch Fremdkosten fallen laut aktuellem Stand der Vergleichsportale an. Beim außerbörslichen Direkthandel über die Partnerbanken unterscheiden sich die Konditionen je Emittent: Bei den sogenannten Gold-Partnern wie J.P. Morgan, Morgan Stanley, UBS und Vontobel soll kein separates Orderentgelt anfallen, während bei den Silber-Partnern DZ Bank und Société Générale Vergleichsportale eine Orderprovision im niedrigen einstelligen Euro-Bereich nennen. Für den Kryptohandel wird keine gesonderte Ordergebühr erhoben, hier verdient sich justTRADE über den Spread zwischen An- und Verkaufskurs. Wichtig: Da justTRADE sein Geschäftsmodell bislang stark auf Rückvergütungen der Handelsplätze gestützt hat, ist infolge des EU-weiten PFOF-Verbots seit Mitte 2026 nicht ausgeschlossen, dass sich einzelne Konditionen kurzfristig ändern. Ein Blick auf die aktuelle Preisliste vor der Depoteröffnung ist daher empfehlenswert.
Kryptohandel als Besonderheit
Das auffälligste Merkmal von justTRADE ist die Integration des Kryptohandels in ein reguläres Wertpapierdepot. Über 60 Kryptowährungen, darunter Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Ripple, lassen sich direkt aus dem Depot heraus kaufen und verkaufen, ohne dass ein separates Konto bei einer Kryptobörse nötig wäre. Die Mindestordergröße für Kryptowerte liegt nach Angaben von Vergleichsportalen bei rund 50 Euro, Kryptosparpläne lassen sich bereits ab etwa 25 Euro monatlich einrichten und jederzeit anpassen oder pausieren. Für ausgewählte Kryptowerte bietet justTRADE zudem eine Staking-Funktion an, über die Zusatzerträge erzielt werden können, wobei sich Konditionen und Verfügbarkeit je nach Coin unterscheiden und regelmäßig geprüft werden sollten. Die Kosten für den Kryptohandel bestehen im Wesentlichen aus dem Spread, zu dessen exakter Höhe unterschiedliche Quellen leicht abweichende Angaben machen, sodass hier vor einer größeren Order ein Blick in die aktuelle Preisübersicht sinnvoll ist. Die Verwahrung der Kryptowerte über die BaFin-regulierte Tangany GmbH soll für ein im deutschen Markt vergleichsweise reguliertes Setup sorgen, was justTRADE von reinen Kryptobörsen unterscheidet.
Vor- und Nachteile
Positiv fällt auf, dass justTRADE Wertpapier- und Kryptohandel in einem Depot bündelt und dabei auf eine eigene Orderprovision bei Aktien und ETFs verzichtet, was besonders für Sparplan-Anleger attraktiv ist, da diese laut aktuellem Stand komplett kostenfrei laufen. Die Auswahl an Handelsplätzen und Partnerbanken sorgt für Flexibilität, und die regulierte Anbindung über die Sutor Bank sowie Tangany GmbH bietet mehr Aufsicht als bei vielen reinen Kryptoplattformen. Auf der Negativseite steht, dass beim börslichen Handel weiterhin Fremdkosten pro Order anfallen, die bei sehr kleinen Ordervolumina prozentual stärker ins Gewicht fallen. Zudem hat justTRADE nach Einschätzung mehrerer Vergleichsportale bislang keine klare Kommunikation dazu geliefert, wie sich das Geschäftsmodell nach dem PFOF-Verbot künftig finanziert, was eine gewisse Unsicherheit über zukünftige Konditionen mit sich bringt. Auch die App und Handelsplattform werden in Tests als funktional, aber nicht so ausgereift wie bei größeren Wettbewerbern beschrieben. Wer eine App mit umfangreichen Recherchetools, Community-Funktionen oder besonders moderner Bedienung erwartet, könnte an anderer Stelle fündig werden.
Für wen sich justTRADE eignet
justTRADE eignet sich vor allem für Anlegerinnen und Anleger, die Wertpapiere und Kryptowerte über ein gemeinsames Depot verwalten möchten, statt zwei getrennte Konten bei unterschiedlichen Anbietern zu pflegen. Besonders für Sparplan-Sparer, die regelmäßig in ETFs investieren, ist das Angebot durch die gebührenfreien Sparpläne interessant. Auch aktivere Trader, die Wert auf die Auswahl zwischen mehreren Handelsplätzen und Direkthandelspartnern legen, finden bei justTRADE ein breites Angebot. Weniger geeignet ist der Broker für Einsteiger, die eine besonders einfache, geführte Nutzererfahrung oder umfangreiche Beratung suchen, da justTRADE als reiner Ausführungsbroker ohne Anlageberatung funktioniert. Wer zudem größten Wert auf maximale Kostentransparenz über Jahre hinweg legt, sollte angesichts der ungeklärten Situation nach dem PFOF-Verbot die aktuelle Konditionenlage im Blick behalten, bevor größere Summen investiert werden.
Kundenservice und Sicherheit
Die Depotführung bei justTRADE läuft über die Sutor Bank, eine BaFin-regulierte Privatbank aus Hamburg, wodurch Kundengelder der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde unterliegen. Die Sutor Bank ist laut eigenen Angaben zudem freiwilliges Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken, wodurch ein höherer Schutzumfang von bis zu 1,2 Millionen Euro pro Kunde entstehen soll, sofern die entsprechenden Bedingungen erfüllt sind. Kryptowerte werden getrennt davon über die BaFin-regulierte Tangany GmbH verwahrt. Der Kundenservice von justTRADE wird in Vergleichsportalen überwiegend als solide, aber nicht herausragend schnell beschrieben, üblich sind Support per E-Mail und Telefon zu regulären Geschäftszeiten. Eine Einlagensicherung schützt dabei ausschließlich Kontoguthaben, nicht den Wert der gehaltenen Wertpapiere oder Kryptowerte selbst, die im Depot als Sondervermögen beziehungsweise getrennt verwahrt werden.
Häufig gestellte Fragen
Fallen bei justTRADE wirklich keine Ordergebühren an? Bei Aktien und ETFs erhebt justTRADE selbst keine Orderprovision, laut Vergleichsportalen wird beim börslichen Handel aber eine kleine Fremdkostenpauschale je Order weitergereicht, während ETF-Sparpläne davon ausgenommen sein sollen. Wie sicher sind meine Kryptowerte bei justTRADE? Die Kryptoverwahrung erfolgt über die BaFin-regulierte Tangany GmbH, was ein höheres Regulierungsniveau bedeutet als bei vielen reinen Kryptobörsen, ein Totalausfallrisiko bei Kursverlusten besteht jedoch unabhängig davon, da es sich um keine Einlagensicherung im klassischen Sinne handelt. Was passiert mit den Konditionen nach dem PFOF-Verbot? Da justTRADE einen Teil seiner Einnahmen bislang über Rückvergütungen der Handelsplätze erzielt hat, ist es laut mehreren Vergleichsportalen möglich, dass sich einzelne Gebühren im Zuge der neuen EU-Regeln seit Mitte 2026 noch anpassen, weshalb ein Blick in die aktuelle Preisliste vor größeren Investitionen sinnvoll bleibt.
Fazit
justTRADE bietet ein interessantes Konzept, indem es Wertpapier- und Kryptohandel in einem regulierten Depot zusammenführt und dabei bei ETF-Sparplänen auf Kosten weitgehend verzichtet. Für Sparplan-Anleger und Nutzer, die beides aus einer Hand wollen, ist das Angebot eine ernstzunehmende Option. Wer jedoch maximale Kostensicherheit über Jahre sucht, sollte angesichts der noch unklaren Lage nach dem PFOF-Verbot die aktuellen Konditionen vor einer Depoteröffnung genau prüfen und nicht allein auf ältere Vergleichszahlen vertrauen.