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froots im Test: Digitale Vermögensverwaltung aus Wien im Check

froots ist eine digitale Vermögensverwaltung aus Österreich, die App-Sparpläne mit persönlicher Beratung kombiniert. Der Test zeigt Kosten, Anlagestrategie und Zielgruppe.

froots ist eine digitale Vermögensverwaltung mit Sitz in Wien, die automatisierte Portfoliosteuerung mit einem persönlichen Ansprechpartner kombiniert. Das Angebot richtet sich an Sparerinnen und Sparer in Österreich und Deutschland, die langfristig Vermögen aufbauen möchten, ohne sich selbst um Fondsauswahl, Diversifikation und Rebalancing kümmern zu müssen. Kunden legen über die froots-App oder auf der Website ihr Risikoprofil und ihre Sparziele fest, den Rest übernimmt das Unternehmen. Neben einer klassischen Vermögensverwaltung bietet froots auch eine steuerlich begünstigte Variante über eine fondsgebundene Lebensversicherung an. In diesem Test schauen wir uns an, wie froots konkret funktioniert, welche Kosten anfallen, was die fondsgebundene Variante von klassischen Robo-Advisorn unterscheidet und für welche Anlegertypen sich das Angebot eignet.

Was ist froots?

froots ist ein österreichisches Fintech-Unternehmen mit Sitz in Wien, das sich als digitaler Vermögensverwalter positioniert und dabei bewusst nicht auf eine reine Selbstbedienungs-App setzt. Stattdessen verspricht froots eine Mischung aus algorithmischer Portfoliosteuerung und der Expertise menschlicher Portfoliomanager. Zugang erhalten Kunden über eine eigene App, in der Sparziel, Anlagehorizont und Risikobereitschaft abgefragt werden; daraus wird ein individuelles Portfolio abgeleitet. Der Investmentansatz wird von froots selbst als „aktiv/passiv" beschrieben: Die Auswahl und Gewichtung der Bausteine erfolgt aktiv durch das Portfoliomanagement, die eingesetzten Produkte selbst sind überwiegend breit diversifizierte, passive ETFs auf Aktien und Anleihen, ergänzt um Gold und Cash. Ziel ist ein ausgewogenes Risiko-Rendite-Profil über einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont. Neben der klassischen Vermögensverwaltung über ein Depot bietet froots auch eine Variante über eine fondsgebundene Lebensversicherung an, die auf steuerlich begünstigtes langfristiges Sparen ausgelegt ist. Das Unternehmen ist ursprünglich am österreichischen Markt gestartet und inzwischen auch für Kunden in Deutschland verfügbar.

Konditionen und Kosten im Überblick

froots arbeitet mit einer All-in-Gebühr, die laut Angaben auf der Anbieter-Website und mehreren Vergleichsportalen bei 1,0 Prozent pro Jahr auf das investierte Vermögen liegt, gestaffelt nach Anlagedauer: Für die ersten fünf Jahre werden demnach 1,0 Prozent berechnet, für die Jahre sechs bis zehn 0,95 Prozent und danach 0,9 Prozent. Diese Staffelung gilt nach den vorliegenden Quellen für Anlagesummen bis 150.000 Euro; für größere Vermögen dürften individuelle Konditionen greifen. Hinzu kommen laut Vergleichsportalen durchschnittliche Produktkosten der eingesetzten ETFs von rund 0,14 Prozent pro Jahr, sodass sich eine Gesamtkostenquote von grob 1,1 bis 1,2 Prozent ergibt. Im Vergleich zu anderen digitalen Vermögensverwaltern aus dem deutschsprachigen Raum liegt froots damit tendenziell im mittleren bis oberen Kostenbereich, während einzelne Wettbewerber laut denselben Portalen etwas günstiger abschneiden. Beim Einstieg nennen unterschiedliche Quellen leicht abweichende Mindestbeträge: Ein monatlicher Sparplan soll je nach Variante bereits ab rund 75 bis 150 Euro möglich sein, eine Einmalanlage ohne Sparplan ab einem Betrag im niedrigen vierstelligen Bereich. Nutzer sollten die genauen, aktuell gültigen Mindestbeträge direkt bei froots prüfen, da sich solche Einstiegsschwellen erfahrungsgemäß ändern können. Die Kündigung des Depots ist laut Anbieter jederzeit kostenfrei möglich.

Steuerbegünstigte Variante: Vermögensverwaltung ohne KESt

Ein Merkmal, das froots von vielen klassischen Robo-Advisorn unterscheidet, ist die Möglichkeit, die Vermögensverwaltung über eine fondsgebundene Lebensversicherung abzuschließen. Dahinter steht die Idee, langfristiges Sparen steuerlich zu begünstigen: Wer das eingezahlte Kapital ausreichend lange im Vertrag belässt, kann laut den Angaben von froots von einer Befreiung von der Kapitalertragsteuer (KESt) auf die erzielten Erträge profitieren. Als Bedingung nennt der Anbieter unterschiedliche Mindestlaufzeiten je nach Alter: Bei Vertragsabschluss ab 50 Jahren soll eine Bindung von mindestens zehn Jahren erforderlich sein, bei jüngeren Kunden mindestens fünfzehn Jahre. Dieser Steuervorteil ist damit klar an eine langfristige Bindung gekoppelt und eher für die Altersvorsorge oder sehr langfristige Sparziele gedacht als für flexibel verfügbares Kapital. Wer das Geld vorzeitig entnimmt, verliert den steuerlichen Vorteil in der Regel ganz oder teilweise, zusätzlich können bei einer Lebensversicherungshülle Kosten für den Versicherungsmantel selbst anfallen, die über die reine Vermögensverwaltungsgebühr hinausgehen. Parallel dazu bietet froots die Vermögensverwaltung auch als reines Depotmodell ohne Versicherungsmantel an, bei dem diese Bindungsfristen nicht gelten. Wer sich für die steuerbegünstigte Variante interessiert, sollte die genauen Bedingungen und laufenden Kosten der Versicherungshülle vor Vertragsabschluss im Detail mit den eigenen Sparzielen abgleichen.

Vor- und Nachteile

Für froots spricht, dass Anleger sich nicht selbst um Fondsauswahl, Rebalancing und laufende Portfolioanpassungen kümmern müssen, sondern ein individuell zugeschnittenes, breit diversifiziertes Portfolio erhalten, das nach eigenen Angaben regelmäßig überwacht und bei Bedarf angepasst wird. Positiv wird von Vergleichsportalen zudem der persönliche Ansprechpartner hervorgehoben, der bei froots im Gegensatz zu rein automatisierten Robo-Advisorn zur Verfügung stehen soll, sowie die Anbindung an eine österreichische Depotbank mit automatischer steuerlicher Abwicklung. Die Option der steuerbegünstigten Vermögensverwaltung über eine Lebensversicherung ist ein Alleinstellungsmerkmal, das es in dieser Form bei klassischen Robo-Advisorn selten gibt. Auf der Kostenseite liegt froots mit einer Gesamtkostenquote im Bereich von grob 1,1 bis 1,2 Prozent pro Jahr aber tendenziell über einigen günstigeren digitalen Vermögensverwaltern, was sich über lange Anlagehorizonte spürbar auf die Nettorendite auswirken kann. Wer die steuerbegünstigte Variante wählt, bindet sich zudem über viele Jahre, was Flexibilität kostet und im Fall vorzeitiger Kündigung Nachteile mit sich bringen kann. Wie bei jeder Vermögensverwaltung mit Aktien- und Anleiheanteil besteht außerdem grundsätzliches Kapitalmarktrisiko, das froots nicht ausschließen kann.

Für wen sich froots eignet

froots eignet sich am ehesten für Anleger, die Wert auf eine bequeme, weitgehend automatisierte Geldanlage legen, dabei aber nicht komplett auf menschlichen Kontakt verzichten möchten und einen festen Ansprechpartner schätzen. Besonders interessant dürfte das Angebot für Sparer in Österreich sein, die von der automatischen KESt-Abwicklung über eine heimische Depotbank profitieren, sowie für alle, die gezielt einen sehr langfristigen Anlagehorizont von zehn bis fünfzehn Jahren oder mehr verfolgen und dafür die steuerbegünstigte Lebensversicherungsvariante in Betracht ziehen. Weniger passend ist froots für Anleger, die maximale Kostenminimierung anstreben oder ihr Portfolio lieber selbst über einen günstigen ETF-Sparplan bei einem klassischen Broker steuern, da die All-in-Gebühr über die Zeit ins Gewicht fällt. Auch wer kurzfristig flexibel über sein Kapital verfügen möchte, sollte insbesondere die Lebensversicherungsvariante meiden, da der steuerliche Vorteil an feste Mindestlaufzeiten gebunden ist. Für den Einstieg mit kleineren, regelmäßigen Sparraten kann froots dennoch eine praktikable Lösung sein, sofern man sich mit der Gebührenstruktur und den jeweils aktuellen Mindestbeträgen vorher vertraut macht.

Kundenservice und Sicherheit

Ein zentrales Verkaufsargument von froots gegenüber rein automatisierten Anbietern ist der persönliche Kontakt: Kunden sollen laut Anbieter und mehreren Vergleichsportalen einen festen Ansprechpartner für Fragen zu Portfolio und Anlagestrategie erhalten, statt ausschließlich mit einer App oder einem Chatbot zu kommunizieren. Die Depotführung erfolgt über eine österreichische Depotbank, die auch für die automatische Abwicklung der Kapitalertragsteuer zuständig ist, was insbesondere österreichischen Kunden administrativen Aufwand erspart. Als reguliertes Finanzdienstleistungsunternehmen unterliegt froots den einschlägigen Aufsichts- und Meldepflichten für Vermögensverwalter im EU-Raum. Zum Datenschutz und zu den technischen Sicherheitsvorkehrungen der App liegen keine unabhängig verifizierten Detailangaben vor; Interessenten sollten die entsprechenden Informationen zu Einlagensicherung, Verwahrung der Wertpapiere und Datenschutz vor Vertragsabschluss direkt auf froots.io oder in den Vertragsunterlagen prüfen.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet froots? Nach aktuellem Stand der Vergleichsportale berechnet froots eine gestaffelte All-in-Gebühr von rund 1,0 Prozent pro Jahr in den ersten fünf Jahren, die bei längerer Anlagedauer auf bis zu 0,9 Prozent sinkt, zuzüglich durchschnittlicher ETF-Produktkosten von etwa 0,14 Prozent. Die genauen, aktuell gültigen Sätze und Mindestanlagebeträge sollten direkt bei froots erfragt werden, da sich solche Konditionen ändern können.

Kann ich mein froots-Depot jederzeit kündigen? Bei der klassischen Vermögensverwaltung über ein Depot ist eine Kündigung laut Anbieter jederzeit kostenfrei möglich. Bei der Variante über eine fondsgebundene Lebensversicherung ist eine vorzeitige Kündigung zwar grundsätzlich möglich, führt aber in der Regel zum Verlust des steuerlichen Vorteils und kann je nach Vertrag mit weiteren Nachteilen verbunden sein.

Für wen lohnt sich die steuerbegünstigte Variante von froots? Die Vermögensverwaltung ohne KESt über eine Lebensversicherungshülle lohnt sich vor allem für Anleger mit einem sehr langfristigen Horizont, die das Kapital mindestens zehn Jahre (ab 50 Jahren) beziehungsweise mindestens fünfzehn Jahre (unter 50 Jahren) gebunden lassen können und wollen, etwa im Rahmen der privaten Altersvorsorge.

Fazit

froots kombiniert eine automatisierte, breit diversifizierte Vermögensverwaltung mit einem persönlichen Ansprechpartner und einer steuerlich interessanten Variante über eine fondsgebundene Lebensversicherung – ein Angebot, das es in dieser Form am deutschsprachigen Markt nicht überall gibt. Wer diesen persönlichen Service und die österreichische Depotanbindung schätzt und einen langfristigen Anlagehorizont mitbringt, findet bei froots ein rundes Paket. Kostenbewusste Anleger, die vor allem eine möglichst günstige, rein automatisierte Lösung suchen, sollten die Gesamtkostenquote von froots jedoch genau mit günstigeren Alternativen vergleichen, da die All-in-Gebühr über viele Jahre spürbar an der Rendite zehrt.

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