auxmoney im Test: Kredit trotz schwacher Bonität?
auxmoney vermittelt Privatkredite über ein eigenes Scoring jenseits der SCHUFA. Wir zeigen die realen Zinsen, Kosten und die separate Variante für Selbstständige.
auxmoney ist eine der bekanntesten Online-Kreditplattformen in Deutschland und vermittelt Privatkredite über ein eigenes Bonitätsverfahren, das über die klassische SCHUFA-Auskunft hinausgeht. Das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf tritt dabei als Vermittler auf: Kreditsuchende stellen online einen Antrag, auxmoney prüft die Bonität und vermittelt den passenden Kredit, finanziert über Partnerbanken bzw. institutionelle Geldgeber statt wie in den Anfangsjahren über private Anleger. In diesem Test geht es um die aktuellen Konditionen für den klassischen Privatkredit sowie die separate Variante für Selbstständige, um Kosten und Besonderheiten und darum, für wen sich ein Kredit über auxmoney eignet.
Was ist auxmoney?
auxmoney wurde 2007 in Düsseldorf gegründet und zählt zu den Pionieren der Online-Kreditvermittlung in Deutschland. Ursprünglich als Peer-to-Peer-Plattform gestartet, auf der Privatanleger Kredite an andere Privatpersonen finanzierten, hat sich das Geschäftsmodell gewandelt: Die vermittelten Kredite werden heute überwiegend über Partnerbanken und institutionelle Kapitalgeber ausgezahlt, am digitalen Antragsprozess ändert das praktisch nichts. Kernmerkmal ist ein eigenes Scoring-Verfahren, das neben der SCHUFA-Auskunft weitere Datenpunkte einbezieht und so auch Personen mit durchschnittlicher oder leicht angeschlagener Bonität eine Finanzierungschance bieten soll. Angeboten werden Ratenkredite für private Zwecke sowie eine eigenständige Variante für Selbstständige und Freiberufler. auxmoney positioniert sich damit als Alternative zum klassischen Bankkredit, insbesondere wenn die Hausbank bereits abgelehnt hat.
Konditionen und Kosten im Überblick
Für den klassischen auxmoney-Privatkredit gilt laut den hinterlegten Pflichtangaben ein Nettodarlehensbetrag von 1.000 bis 25.000 Euro bei Laufzeiten zwischen 12 und 84 Monaten. Der effektive Jahreszins bewegt sich je nach Bonität zwischen 4,02 % und 19,90 % (gebundener Sollzins 3,95 % bis 16,90 %), hinzu kommt eine einmalige Vermittlungsgebühr von 2,95 % des Darlehensbetrags. Das gesetzlich vorgeschriebene repräsentative Beispiel zeigt die Praxis: Bei 10.000 Euro Nettodarlehen und 60 Raten erhalten mindestens zwei von drei Kunden einen Effektivzins von höchstens 17,73 % (14,30 % Sollzins), das entspricht 241,77 Euro Monatsrate und 14.506,38 Euro Gesamtbetrag. Bei sehr guter Bonität kann der Zins deutlich niedriger liegen. Alle Sätze sind bonitätsabhängig und werden erst nach individueller Prüfung final angezeigt; die Vermittlungsgebühr wird meist mit der Kreditsumme verrechnet.
Kredit für Selbstständige als eigene Variante
Neben dem allgemeinen Privatkredit bietet auxmoney mit dem "Kredit für Selbstständige" eine zweite, eigenständige Variante für Freiberufler und Selbstständige - eine Zielgruppe, die bei klassischen Banken wegen unregelmäßiger Einkommensnachweise häufiger abgelehnt wird. Der Nettodarlehensbetrag liegt ebenfalls zwischen 1.000 und 25.000 Euro, die Laufzeit ist mit 12 bis 60 Monaten etwas kürzer begrenzt. Der effektive Jahreszins bewegt sich zwischen 6,91 % und 17,95 % (Sollzins 5,50 % bis 14,95 %), auch hier fällt die Vermittlungsgebühr von 2,95 % an. Im repräsentativen Beispiel für 10.000 Euro und 60 Raten liegt der Effektivzins bei mindestens zwei von drei Kunden bei höchstens 7,78 % (6,00 % Sollzins), das entspricht rund 199,62 Euro Monatsrate und 11.977,42 Euro Gesamtbetrag. Für die Antragstellung verlangt auxmoney bei Selbstständigen meist andere Nachweise als Gehaltsabrechnungen, etwa Steuerbescheide.
Vor- und Nachteile
Positiv ist der vollständig digitale und laut Erfahrungsberichten vergleichsweise schnelle Antragsprozess, der oft innerhalb weniger Werktage zu einer Entscheidung führt. Das eigene Scoring-Verfahren verschafft auch Antragstellern mit durchwachsener Bonität eine realistische Chance, während sie bei klassischen Banken oft direkt abgelehnt würden. Die feste Ratenstruktur schafft Planungssicherheit, und mit der Variante für Selbstständige deckt auxmoney eine Zielgruppe ab, die anderswo oft schwer an Konsumentenkredite kommt. Auf der Kostenseite fällt die Vermittlungsgebühr von 2,95 % ins Auge, die bei klassischen Bankkrediten meist nicht anfällt. Auch die Zinsspanne ist breit: Bei schwächerer Bonität landet man laut dem gesetzlichen Beispiel eher im zweistelligen Prozentbereich, was den Kredit gegenüber günstigen Bankangeboten teurer macht. Zudem wird ein auxmoney-Kredit wie üblich bei der SCHUFA vermerkt.
Für wen sich auxmoney eignet
auxmoney eignet sich vor allem für Verbraucher, die bei ihrer Hausbank oder anderen Anbietern bereits eine Absage erhalten haben, aber über ein regelmäßiges Einkommen verfügen und einen Betrag zwischen 1.000 und 25.000 Euro finanzieren möchten. Auch Selbstständige und Freiberufler, deren Einkommensnachweise bei klassischen Banken oft nicht ins Standardraster passen, finden mit der eigenen Kreditvariante eine passende Anlaufstelle. Wer hingegen eine sehr gute SCHUFA-Bonität und ein hohes, gut dokumentiertes Einkommen vorweisen kann, sollte vorher die Konditionen einer klassischen Bank prüfen, da dort im besten Fall günstigere Zinsen möglich sind. Für sehr kleinen, kurzfristigen Kapitalbedarf ist auxmoney weniger geeignet, da die Vermittlungsgebühr dann relativ stärker zu Buche schlägt.
Kundenservice und Sicherheit
Der Kontakt zu auxmoney läuft überwiegend digital über ein Online-Kundenkonto mit einsehbarem Antragsstatus, ergänzt durch Telefon und E-Mail. Laut mehreren Vergleichsportalen wird der Bewerbungsprozess als vergleichsweise transparent beschrieben. Auf Bewertungsplattformen finden sich zahlreiche, aber gemischte Kundenstimmen: Gelobt werden häufig Schnelligkeit und die Chance auf eine Finanzierung trotz nicht optimaler Bonität, kritisiert werden gelegentlich die im Vergleich zu Bankkrediten höheren Zinsen. Als seit fast zwei Jahrzehnten am deutschen Markt aktives Unternehmen gibt auxmoney an, gängige Sicherheitsstandards für die Datenübertragung im Antragsprozess einzusetzen; Details finden sich in den Datenschutzhinweisen der Website.
Häufig gestellte Fragen
Wird ein auxmoney-Kredit bei der SCHUFA vermerkt? Ja, wie praktisch alle Ratenkredite wird auch ein über auxmoney vermittelter Kredit bei der SCHUFA erfasst. Das eigene Scoring-Verfahren bezieht zusätzliche Datenpunkte ein, ersetzt den SCHUFA-Eintrag aber nicht.
Wie lange dauert die Kreditentscheidung? Eine pauschale Angabe ist schwierig, da die Dauer von der individuellen Prüfung abhängt. Erfahrungsberichte auf Vergleichsportalen sprechen häufig von wenigen Werktagen nach vollständiger Einreichung der Unterlagen.
Fällt die Vermittlungsgebühr zusätzlich zum Zins an? Ja, sie ist laut den Pflichtangaben ein separater, einmaliger Kostenbestandteil von 2,95 % auf den Nettodarlehensbetrag, der bereits im genannten Effektivzins enthalten ist, sich aber unmittelbar auf den ausgezahlten Betrag auswirkt.
Fazit
auxmoney ist vor allem für Kreditsuchende interessant, die bei klassischen Banken eine Absage erhalten haben und über ein differenzierteres Scoring eine zweite Chance suchen. Die Konditionen streuen breit: Bei guter Bonität sind Effektivzinsen ab rund 4 % möglich, bei schwächerer Bonität liegt der Zins laut Pflichtangaben nahe der oberen Grenze von knapp 20 %, zuzüglich 2,95 % Vermittlungsgebühr. Die eigene Variante für Selbstständige ist ein sinnvolles Zusatzangebot für eine Zielgruppe, die anderswo oft schwer eine Finanzierung findet. Vor Vertragsschluss lohnt sich dennoch immer ein Vergleich mit klassischen Bankangeboten.